Die Wirkung von Zucker – wie ungesund ist er wirklich?

Die Wirkung von Zucker – wie ungesund ist er wirklich?

Dass Zucker nicht zu den gesundheitlich wertvollen Lebensmitteln gehört, wissen die meisten – dennoch essen wir viel zu viel davon. Süß schmeckt einfach gut! Die tägliche Menge ist der springende Punkt: Denn wenn es Ihnen gelingt, sie im Zaum zu halten, bekommen Sie ein Stückchen Lebensqualität, ohne sich dabei zu schaden. Doch welche gesundheitlichen Risiken birgt ein hoher Zuckerkonsum und wieviel ist eigentlich zu viel?

Karies
„Kind iss‘ nicht so viel Süßes, das macht Deine Zähne kaputt!“ Dieser klassische Satz unserer Eltern hat nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil: Der Zusammenhang zwischen Gezuckertem und Kariesentstehung ist klar nachgewiesen. Die Bakterien im Mund lieben Zucker, vergären ihn und bilden so zahnschädigende Säuren. Wer immer wieder über den Tag verteilt zu zuckerhaltigen Lebensmitteln oder gesüßten Getränken greift, schafft beste Voraussetzungen, Stammkunde bei seinem Zahnarzt zu werden.

„Der Zusammenhang zwischen Gezuckertem und Kariesentstehung ist klar nachgewiesen.“

Übergewicht
Gesüßte Getränke stehen bei den ungesunden Zuckerwirkungen, auch noch aus anderen Gründen, ganz weit oben auf der Negativliste. Wer seinen Durst mit Softdrinks oder Säften löscht, steigert damit sein Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit erheblich. Studien zeigen diesen Zusammenhang deutlich und das nicht nur bei Erwachsenen, sondern bereits bei Kindern und Jugendlichen. Kein Wunder, denn kalorienhaltige Getränke sättigen kaum und so werden die Kalorien zusätzlich aufgenommen. Zucker ist zwar bei weitem nicht die einzige Ursache für ein zu hohes Körpergewicht, aber eine sehr bedeutende. Wer zuckerreich isst, gewöhnt sich an diesen Geschmack und bekommt Lust auf mehr. Zugleich sind gesüßte Speisen oft energiereich, sie liefern relativ viele Kalorien pro 100 Gramm Essen – man spricht von einer hohen Energiedichte. Ein Beispiel: Wer anstelle des Fertigprodukts Fruchtjoghurt einen Naturjoghurt mit frischem Obst, etwas Zimt oder Vanille aus der Mühle wählt, kann so sein Zuckerkonto um etwa fünf Stück Würfelzucker erleichtern – und das auf sehr leckere Weise.

Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen und Co
Was haben diese Krankheiten gemeinsam? Übergewicht ist ein Hauptrisikofaktor. Kombiniert mit zu wenig Bewegung, machen wir unserem Stoffwechsel das Leben so richtig schwer. Der Organismus kann erstaunlich viel kompensieren und es hängt von Lebensstil und erblicher Veranlagung ab, ob und wann wir krank werden. Anfangs merken wir zum Beispiel gar nicht, dass die Blutzuckerwerte steigen, denn die Bauchspeicheldrüse produziert einfach mehr Insulin, um sie wieder zu senken. Die Körperzellen reagieren immer schlechter auf den hohen Insulinpegel, irgendwann ist das Organ überfordert und der Typ 2 Diabetes ist da. Eine echte Wohlstandserkrankung, mit stark steigender Tendenz. Auch bei der nicht alkoholischen Fettleber steht Zucker (Fructose) ganz oben auf der Verursacherliste, weil er die Fettbildung fördert. Die Liste ist lang, Blutfettwerte und Blutdruck steigen ebenfalls bei hohem Zuckerkonsum, beides Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Studien zeigen für Menschen, die mehr als etwa 100 Gramm Zucker täglich aufnehmen, ein gravierend erhöhtes Risiko früher zu sterben.

Fazit
100 Gramm Zucker essen wir pro Tag durchschnittlich in Deutschland und damit etwa das doppelte der von der WHO empfohlenen Maximalmenge (noch besser wären nicht mehr als 25 g Zucker täglich). Die Zuckermenge, die Ihr Stoffwechsel noch gut bewältigen kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Je höher Ihr Gewicht und umso weniger Sie sich bewegen, desto größer ist Ihr persönliches Risiko, davon krank zu werden. Sie möchten Zucker reduzieren? Fangen Sie an Ihren Durst kalorienfrei zu stillen und erkennen Sie Produkte mit verstecktem Zucker – praktische Tipps dazu finden Sie hier auf unseren Seiten.

Christine Blohme

Christine Blohme

Ökotrophologin und DGE-zertifizierte Ernährungsberaterin