Wie entsteht ein Mittagstief?

Wie entsteht ein Mittagstief?

Wir alle durchlaufen sie – jeden Tag aufs Neue. Der zyklische Wechsel zwischen Aktivität und Ruhebedürfnis liegt in der Natur des Menschen. Die Rede ist von unserer natürlichen Leistungskurve, bei der sich Höhen und Tiefen abwechseln. Es gibt zwar individuelle Unterschiede bei dieser inneren Uhr, z. B. ob jemand eher zu den Morgen- oder zu den Nachtmenschen gehört. Doch bei den meisten Menschen erreicht das typische Mittagstief seine stärkste Ausprägung etwa gegen 14 Uhr. Müdigkeit und Konzentrationsschwäche wachsen, oft kommt am frühen Nachmittag auch noch Heißhunger hinzu. Dass die Leistungsfähigkeit nach dem Mittagessen besonders gravierend absinkt, gehört also zu unserem Biorhythmus. Wie stark dieser Knick jedoch ausfällt, das lässt sich gut beeinflussen.

Woher die große Müdigkeit nach dem Mittagessen kommt
Verdauung kostet Energie. Um das Essen zerkleinern, verdauen und die Nährstoffe aufnehmen zu können, wird der Magen-Darm- Trakt nach der Mahlzeit stärker durchblutet. Entsprechend weniger sauerstoffreiches Blut steht in dieser Phase für Gehirn und Muskulatur zur Verfügung. Damit erklärt sich auch schon, warum nach großen, opulenten Mahlzeiten die Müdigkeit besonders heftig ausfällt. Je schwerer das Verzehrte, desto aufwendiger wird die Verdauungsarbeit und umso länger dauert sie. Wer also den Gemüse-Hähncheneintopf wählt oder das Lachsfilet mit Wokgemüse, kommt relativ ungeschoren davon. Mit Gerichten aus der Kategorie paniertes Schnitzel mit einer großen Portion Pommes, machen Sie es Ihrem Tief dagegen so richtig leicht.

Der zweite wichtige Punkt, um aus dem kleinen Leistungsknick keinen ausgewachsenen Müdigkeitsanfall werden zu lassen, ist der Zuckerpegel im Blut. Je gleichmäßiger diese Kurve über den Tag verläuft, desto besser sind Sie mit Energie versorgt und umso weniger Heißhungerattacken tauchen auf. Süßes gegen den Hunger verschärft das Problem – was da genau passiert wird beim Thema Heißhunger erklärt.

Auch die tägliche Trinkmenge beeinflusst wie stark Ihr persönliches Mittagstief ausfällt. Ihr Gehirn benötigt genügend Flüssigkeit, um gut arbeiten zu können. Etwa 1,5 Liter benötigen Sie über den Tag verteilt – möglichst Kalorienfreies wie Wasser oder ungesüßte Tees.

Die meisten von uns sind inzwischen Kopfarbeiter, da die körperliche Arbeit stark abgenommen hat. Das verändert auch die Bedürfnisse: Um sich wohl und leistungsstark zu fühlen, brauchen wir deshalb weniger Kalorien. Stattdessen schmackhaftes Essen, das viele hochwertige Nährstoffe liefert, damit das Gehirn und der Stoffwechsel optimal arbeiten können. Nach dem Motto: Gehirn gut versorgen – Körper nicht überlasten.

Hilfreiche Praxistipps

  1. Trinken Sie täglich etwa 1,5 Liter.
  2. Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten, besonders mittags mit überschaubaren Portionen.
  3. Wählen Sie leichte Kost wie etwa Gemüse und Salate in Kombination mit Eiweißreichem wie Fisch, Fleisch, Eier oder Nüsse.
  4. Wenn Sie naschen wollen, dann am besten direkt nach der Mahlzeit.
  5. Greifen Sie zu „klugen“ Snacks: Süßes zwischendurch fördert Heißhunger.
  6. „Das kleine Nickerchen“ wirkt ideal gegen das Mittagstief (maximal 20 Minuten).
  7. Machen Sie einen kleinen Verdauungsspaziergang in gemächlichem Tempo.
  8. Die kleine Alternative: Lüften, einige Minuten die Augen schließen und anschließend recken und strecken.

„Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten, besonders mittags mit überschaubaren Portionen.“

Christine Blohme

Christine Blohme

Ökotrophologin und DGE-zertifizierte Ernährungsberaterin