Schritt für Schritt auf Zucker verzichten

Schritt für Schritt auf Zucker verzichten

Bevor Sie den Kühlschrank und die Küchenregale inspizieren, sollten Sie sich generell ein paar Fragen stellen: Habe ich einen guten Grund, um eine Ernährungsumstellung vorzunehmen? Ohne handfesten Grund wird Ihnen die Motivation fehlen und die Umstellung nur kurzzeitig andauern. Fragen Sie sich konkret, warum Sie den Zucker reduzieren oder abnehmen möchten. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass es hilfreich ist, Gründe jenseits vom Ego zu finden. Der Anblick im Spiegel kann kurzfristig Freude bereiten, wird Sie aber nie zu einer wirklich glücklichen Person machen. Auch das rein vernunftbedingte Wissen, dass man sich gesund ernähren sollte, wird langfristig nicht reichen. Wenn Sie aber Beschwerden haben, wird der Leidensdruck Ihre Motivation begründen.

Fühlen Sie sich während der Umstellung gut, fit, entspannt, ausgeglichen, klar im Kopf und glücklich, vor allem nach dem Essen? Das sind die Gründe, die fürs Dranbleiben langfristig helfen. Denken Sie ab und zu daran.

Wenn es dann mit der Zuckerreduktion losgeht, empfehle ich im ersten Schritt, alle Lebensmittel in Ihrer Küche zu kontrollieren: Welche enthalten Zucker, welche nicht? Machen Sie sich danach auf in den Supermarkt, um Produkte wie Kartoffelchips, Senf, Wurstaufschnitt, Gewürzgurken, Gemüsebrühe oder Salzgebäck durch zuckerfreie Alternativen auszutauschen. Achten Sie unbedingt auf die Nährwerttabellen, um versteckte Zucker zu entlarven. Zum Glück gibt es inzwischen immer mehr zuckerfreie Produkte in den Supermarktregalen zu finden. Manchmal sind es Bioprodukte, aber auch konventionelle Produkte werden mittlerweile zuckerfrei angeboten, wie zum Beispiel Senf, Tomatensauce, Müslimischungen und pflanzliche Milch. Schwierig wird es bei abgepacktem Wurstaufschnitt, aber hier können Sie sich an der Frischetheke persönlich bedienen und beraten lassen. Der Zuckergehalt meiner favorisierten Nahrungsmittel wie beispielsweise Paprika, rote Bete, Kürbis, Äpfeln oder Orangen ist in Ordnung, weil es sich um natürlichen Zucker handelt.

Wenn in den ersten Tagen der Heißhunger auf Süßes kommt, sollten Sie unbedingt auf Nüsse, Trockenobst, geröstete Samen und Kerne zurückgreifen, im Sommer auch gern auf Frischobst. Machen Sie sich keine Gedanken über Kalorien – in Nüssen und Kernen sind gesunden Fette enthalten und langfristig dürfen Sie sowieso mit einer Gewichtsabnahme rechnen, weil Heißhungerattacken ausbleiben. Das kann schon nach einer Woche einsetzen, bei manchen dauert es etwas länger.

Zudem empfehle ich Ihnen, alle zuckrigen Limonaden und Säfte durch Direktsaft oder Saftschorlen zu ersetzen. Verdünnen Sie Saft stets mit Wasser. Nachdem sich die Geschmacksrezeptoren nach spätestens drei Wochen der extremen Süße entwöhnt haben, reicht das als süßes Getränk vollkommen aus.

„Wenn in den ersten Tagen der Heißhunger auf Süßes kommt, sollten Sie unbedingt auf Nüsse, Trockenobst, geröstete Samen und Kerne zurückgreifen“

In der Übergangsphase können Sie auch mal mit Ersatzstoffen arbeiten (Stevia, Honig, Agavendicksaft) – langfristig sollten aber auch diese eliminiert werden, da sie uns weiterhin auf eine extreme Süße konditionieren. Für mich sind Karotten und Süßkartoffeln genauso süß wie Schokolade früher. Dieselben Glücksgefühle gibt's obendrauf! Mit dem Unterschied, dass ich diese Gefühle nicht durch leere Kalorien, sondern gesunden Nahrungsmitteln erreiche. Ideal! Generell wird sich der Geschmackssinn nach und nach ändern, auch Zwiebeln, Pastinaken, Wurzelpetersilie und Lauch schmecken wesentlich süßer als früher, deswegen sollten Sie regelmäßig dazu greifen. Und ganz nebenbei versorgen Sie sich auch noch optimal mit Mineralien, Vitamine und Ballaststoffen.

Anastasia Zampounidis

Anastasia Zampounidis

Moderatorin, Autorin und Expertin für zuckerfreie Ernährung

Alle Bilder mit Anastasia unterliegen dem Copyright von Thomas Rodriguez.